Archiv für die Kategorie 'Traumanalyse'

Okt 16 2008

Profile Image of admin
admin

Vier Elemente - Wasser, Luft, Erde, Feuer

Abgelegt unter Alle, Traumanalyse, Traumsymbole

Die vier Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer können wesentliche Eigenschaften im Traum verkörpern. In einem anderen Artikel habe ich über Tiere im Traum geschrieben. Ein Wassertier verkörpert andere Eigenschaften als ein Landtier oder ein Tier der Luft. Tiere die mehrere Elemente verkörpern schenke ich bei der Traumdeutung eine größere Aufmerksamkeit, wie z.B. den Wasservögeln. Die vier Elemente sind im Prinzip verschiedene Lebensbereiche und erhalten eine ähnlich wichtige Bedeutung wie der Ort im Traum. Die Lebensbereiche, der vier Elemente sind aber etwas abstrakter. Meines erachtens weist Wasser auf die Gefühlswelt hin, Erde auf die materielle Welt, Luft auf die geistige Welt und Feuer auf Bewusstheit oder das Nichts.

Wasser

Wasser symbolisiert die Gefühle und ist damit ein wesentliches Traumsymbol, denn der Traum ist die Welt der Gefühle. Meistens taucht das Wasser im Traum in einer bestimmten Form auf - z.B. als Schwimmbad, als See, als Fluss, als Meer oder als Regen. In welcher Form taucht Wasser am häufigsten in Deinem Traum auf?

Schwimmbad

Das Schwimmbad ist zum Beispiel von Menschenhand erbaut und ist ein gesellschaftliches Vergnügen. Es ist aber auf ebendies begrenzt - so begrenzt, wie der Schwimmbeckenrand ist.

See

Ein Natursee ist begrenzt, wie das Schwimmbad, seine Grenzen sind aber naturgegeben und er bietet Raum für viele Tiere. Der Gegensatz zu See und Schwimmbad ist das unbegrenzte
Meer.

Meer

Das Meer ist der Ursprung des Lebens und es empfängt alles Wasser zurück, das zu seinem Ursprung zurückdrängt. Das Meer ist so groß, dass die damit verbundenen Gefühlswellen im Traum nicht immer leicht zu handhaben sind.

Fluss und Regen

Im Fluss und im Regen ist das Wasser in seinem Element. Das Leben wird von vom fließenden Wasser mit allem Lebensnotwendigen versorgt.

Feuer

Das Element Feuer kommt nach meiner Erfahrung seltener im Traum vor. Feuer kann in Träumen in verschiedenen Formen auftreten, wie z.B. als vernichtendes Feuer (Brand), als wärmendes Feuer (Lagerfeuer, Ofen, Kamin) oder als leidenschaftliches Feuer (hier assoziiere ich auch Tiere in Bezug auf Feuer). Ein Traum der das Element Feuer beinhaltet lohnt sich näher anzusehen!

Brand und Brände

Feuer in Form von einem Brand oder Bränden vernichtet und schafft die Grundlage für etwas Neues. Natürliche Feuer in naturbelassenen Wäldern sind z.B. ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem Wald. Sie tragen zur Fruchtbarkeit des Bodens bei und geben Raum für bestimmte Pflanzen und Tiere. Brände bringe ich mit größeren Veränderungen in Verbindung und können oft als Alpträume wahrgenommen werden. Wenn z.B. jemand von einem Feuer in der Wohnung eines Freundes träumt, wäre meine erste Vermutung, dass hier eine Form der Enttäuschung oder Abkehr gegenüber dem Freund stattfindet. Die Freundschaft ist damit nicht zwangsläufig vorüber, sondern bedarf wahrscheinlich einer neuen Grundlage oder einer neuen Definition.

Leidenschaftliches Feuer

Den Zusammenhang zwischen Feuer und Leidenschaften ist in vielen Sprichworten benannt. Ausgedrückt wird es z.B. mit den Sätzen  “Feuer und Flamme sein”, “Feuer unterm Arsch haben” oder dem Adjektiv feurig.  Das leidenschaftliche Feuer verliert ein Teil seiner Zerstörungskraft bzw. ist eine reifere Form des Feuers als der eher willkürliche Brand. Hier ist das Feuer nicht nur “gegen”, sondern auf “für”. Leidenschaftliches Feuer sehe ich in “Feuer-Tieren” verkörpert. Ein typisches Tier ist hier wohl der Drache, aber auch ein Höllenhund und der Feuervogel Phönix können im Traum auftauchen. Eine Nacht habe ich beispielsweise von einem Wal aus Feuer geträumt. Bei solchen Träumen könnte die Frage hilfreich sein: “Wofür bin ich Feuer und Flamme?”

Lagerfeuer, Ofen, Kamin

Lagerfeuer, Ofen und Kamin sind für mich sehr positive Ausdrücke von Feuer. Der Mensch ist der vernichtenden Kraft des Feuers Herr geworden und kann sie als Energie und Wärmequelle für sich nutzen. Insbesondere mit Lagerfeuer und Kamin ist oft auch die Gemeinschaft angesprochen.

Erde

Die Erde bildet die Grundlage unserer Lebenswelt! Sie ist fruchtbar und ernährt uns. Mit Erde verbinde ich die materielle Welt. Es gilt “Mit beiden beiden auf dem Boden zu stehen” oder “geerdet zu sein.” Im großen betrachtet ist für mich die “Mutter Erde” auch ganz nah an der “Mutter Natur”. In der Natur gibt es aber nicht nur Üppigkeit, sondern auch den Kampf um knappe Ressourcen und damit unseren Überlebenskampf.

Planet Erde

Unser Planet Erde ist daher ein typisches Traumsymbol für das Element Erde. Hier geht es um größere Lebensfragen und die Symbiose, die wir Lebewesen miteinander eingehen. In manchen Träumen betrachten wir vielleicht aus dem Weltall und in anderen Träumen mag sie als Globus auf einem Schreibtisch oder in anderer Form erscheinen. Ich finde: ist doch ein ganz toller Platz zwischen Himmel und Hölle hier auf der Erde ;)

Acker

Der Acker hebt die fruchtbare Seite der Erde hervor. Die Beschaffenheit des Ackers kann Dir Aufschluss geben: Ist das Feld im Traum gereift und fertig für die Ernte oder liegt der Acker eher brach und braucht noch Samen, um seine Eigenschaften entfalten zu können? Ähnlich dem Acker ist das Gewächshaus. Natürlicher und ursprünglicher ist die fruchtbare Seite der Erde in der bereits erwähnten Natur zu sehen.

Luft

Die Luft hat wie alle anderen Elemente mindestens ;) zwei Seiten. Zum einen ist es das Element des “Luftikus” und des “Hans-Guck-In-Die-Luft” zum anderen meint der Volksmund “Gott im Himmel” zu finden und setzt den Himmel mit dem Paradies gleich. Die Luft ist für mich das Sinnbild der Freiheit und jeder weiß: “Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein!” Wie der Luftikus kann man in der Luft schnell seine Lebensgrundlagen vergessen, die wir auf der Erde finden. Zum anderen kann uns das Element eine paradiesische Freiheit vermitteln. In der Luft sind wir ungebunden und können unser Ziele ohne große Umwege erreichen. Luft spiegelt die geistige Natur in uns wider zu der auch unser Intellekt gehört: “Die Gedanken sind frei!…” Wesentliche Symbole der Luft sind z.B.

Sturm

Stürme zeigen oft die eigene Wut. Gedanken der Unzufriedenheit, nicht ausgelebter Tatendrang oder Ohnmachtsgefühle können einen Sturm entfachen. Mit einem Sturm geht zwar viel kaputt, aber nach dem Sturm kehrt eine himmlische Ruhe ein ;)

Atem

Das Symbol des Atmens ist mir noch nicht wirklich erschlossen, aber sicherlich Wert hier genannt zu werden. Meine Assoziation ist, die Leichtigkeit der Aufnahme und Abgabe von Gedanken. Viele Menschen Träumen davon zu ersticken. Ersticken woran? Das jemand einem am Atmen hindert und die eigene Gedankenfreiheit nimmt? Oder ist es eher ein ertrinken: Das nicht zurechtkommen mit bestimmten Emotionen (siehe Wasser)?

Gas

Gas ist eine Form der Luft oder ein bestimmter Teil der Luft. Wir benutzen Gas in der Regel zum Brennen. Aus dieser Gegebenheit ist Gas in der Regel sowas wie gefährliche Luft. Gedanken, die zu Explosionen führen können.

Keine Kommentare

Sep 06 2008

Profile Image of admin
admin

Traumdeutung: Animus, Anima und Schatten im Film

Abgelegt unter Alle, Traumanalyse

Traumdeutung ist eine Technik, die das Wesentliche hinter unseren Handlungen, Vorstellungen und Assoziationen herausarbeitet. Sie kann für unseren Alltag, Tagträume, für Filme und Märchen verwendet werden. Hier möchte ich es am Film verdeutlichen, der die moderne Form des Märchenbuches ist.

Ängste und Lebensträume

Genau wie in Träumen werden im Film vozugsweise die größten Ängste und Wünsche von uns Menschen bzw. der Filmemacher dargestellt. Im Film werden wie im Traum auch bestimmte Personen mit relativ festen Charaktereigenschaften mit einer bestimmten Situation konfrontiert, die sie unterschiedlich meistern. Jeder Film zeigt auch seine Vorstellung davon, wie Ängste überwunden werden können und wie Lebenswünsche umgesetzt werden können - super spannend!

Animus und Anima im Film

Die Aufteilung der männlichen und weiblichen Rolle ist im Film meist sehr archetypisch. Archetypen sind Urvorstellungen, die wir in uns tragen. Wir alle haben eine Vorstellung bzw. ein Bild davon wie der männlichste Mann und die weiblichste Frau aussehen und sein würden. C.G. Jung benennt unseren weiblichen Archetyp als Anima und unseren männlichen Archetyp als Animus. Im Film ist der Mann oft so ein Animus und die Frau so eine Anima. Die männliche Hauptrolle ist meistens der Held, der mit seiner Stärke, Willenskraft und seinem Durchsetzungsvermögen seine Ziele trotz aller Schwierigkeiten erreicht. Die Frau ist im Film oft die Schöne, um der es sich im Film wirklich dreht. Der Held unternimmt seine Heldentaten für sie und sie braucht ihn. Diese typische Rollenverteilung löst sich mehr und mehr auf und nach C.G. Jung ist eines der wichtigsten Ziele unserer Entwicklung unsere Vorstellung von Männlichkeit (Animus) und Weiblichkeit (Anima) in uns zu vereinigen.

Das Monster oder der Schatten

Im Film gibt es oft ein Monster, einen bösen Geist oder einfach nur eine böse oder abstoßend wirkende Person. Solche Szenarien treffen wir oft in Alpträumen an. Diese Verkörperung des Bösen bzw. Abstoßenden gilt es in vielen Filmen, so wie im Traum, zu überwinden. Im Film werden die gleichen Mittel eingesetzt wie im Traum.

Einfache Version mit dem Umgang des “Bösen”

In den meisten Filmen überwindet der Held das Böse indem er versucht es auszurotten und zu töten. Das ist eine Handlungsform, die nur begrenzt hilfreich ist, denn versucht man im Traum das Böse zu töten und das Hässliche auszusperren, gewinnt das Böse und Hässliche schnell an Macht. So ist es für solche Filme durchaus typisch, dass es Folgefilme gibt in denen herauskommt, dass das Böse nicht ganz besiegt worden war und jetzt noch mächtiger wieder auferstanden ist. Besonders in Horrorfilmen wird diese einfache Version der Problemlösung vorgeschlagen. Der Kampf ist aber schon eine Stufe fortgeschrittener, als die Flucht…

X-Men

Sehr viel besser gefallen mir die Filme in denen Gut und Böse nicht so klar getrennt sind. Z.B. im Film X-Men: Die Welt ist aufgeteilt in Mutanten und normalen Menschen. Die normalen Menschen machen den Mutanten das Leben schwer und die Mutanten haben zwei Gruppierungen entwickelt, die mit diesem Problem unterschiedlich umgehen. Da ist zum einen der Mutantenführer, der sich um gesellschaftliche Integration im bestehenden System bemüht und zum anderen der Mutantenführer, der sich mit Gewalt versucht zu behaupten und die normalen Menschen auch in Mutanten verwandeln möchte. Das führt dazu, dass auch die Mutanten sich bekämpfen, was im Film besonders betrachtet wird. Am Ende des Films kommt aber heraus, dass sich beide Mutantenführer gut miteinander verstehen. Sie sind ursprünglich beste Freunde gewesen und philosophieren bei einem Schachspiel hin und wieder über die richtige Art und Weise den Mutanten einen Platz auf dieser Welt zu verschaffen. Genau das spielt sich auch in Alpträumen ab. Monster oder abstoßende Personen im Traum möchten gerne in die Persönlichkeit integriert werden. Es sind vernachlässigte und unreife Anteile in uns, die gerne gesunden und erwachsen werden möchten.

Batman - The Dark Knight

Toll ist auch die Symbolik im neuen Batman Film The Dark Knight. Im Batmanfilm geht es um den Staatsanwalt, der mit sauberen Methoden ein Verbrecher nach dem anderen fasst. Batman sieht in ihm den besseren Batman, weil er ohne Maske so viel erreicht und nicht wie er die Gesetze übertritt. Batman ist ein Gesetzloser der nur dem einem Gesetz folgt nicht zu töten. Auch in seinem bürgerlichen Leben als Milliardär übertreibt er gerne und kennt keine Grenzen. Als der Staatsanwalt seine Geliebte Frau verliert (die auch Batman liebt) kommt seine dunkle Seite zu Tage und tötet Menschen, die er mit dem Tod seiner Frau in Verbindung stehen sieht. Batman verfällt dem nicht, weil sein Glaube an die Menschen stärker ist. Für ihn gibt es kein unwertes Leben. Der Film hat viele heimliche Helden von denen der Kommissar, der ausgeglichenste ist. Er rettet Menschleben, wie Batman es tut und rettet sogar Batman. Er kann untertauchen und sich verstecken, wie Batman doch er zeigt auch sein Gesicht, wie der Staatsanwalt. Ehren und Lorbeeren erhalten Batman und der Staatsanwalt aber konstant und familiengerecht ist nur der Kommissar.

Integration des Schatten

Bevor wir unsere archetypisch männliche und weibliche Seite in uns vereinen können, geht C.G. Jung davon aus, dass wir unseren Schatten integrieren müssen. Mit Schatten ist alles gemeint, was wir ablehnen und was wir als böse empfinden. Den Schatten zu integrieren meint zu verstehen, welche guten Absichten hinter unerwünschten Taten liegen können und wie die unerwünschten Taten in erwünschte Taten verwandelt werden können. Für den Film Batman ist dementsprechend die Frage, wie Joker nützlich für die Gesellschaft eingebracht werden könnte. Batman hat schon die Antwort, als er sagt: Verbrecher sind ganz einfach man muss nur verstehen, was sie eigentlich wollen. Für den Joker ist Geld nicht die Lösung. Joker sehnt sich nach den Emotionen der Menschen, die er z.B. genießt wenn er sie tötet. Für den Joker ist am wichtigsten, dass ordentlich viel los ist und setzt alles daran die Emotionen der Menschen aufzureiben. In dieser Situation, so sagt Joker, zeigt sich das wahre Gesicht des Menschen. Der Joker tötet jeden Tag einen Menschen solange Batman sein wahres Gesicht nicht zeigt. Batman hat einen Persönlichkeitsanteil, der dem Joker sehr ähnlich ist, was Batman aber nicht wahrhaben will. Die Ziele des Jokers und von Batman sind wohl unterschiedlich, doch Batman hat wie der Staatsanwalt zwei Gesichter. Batmans Persönlichkeit ist zwischen dem erfolgreichen Geschäftsmann Wayne und dem völlig gesetzlosem Joker verortet. Den Unterschied macht Batmans Glaube und Batmans Liebe zur gestorbenen Frau. Mit anderen Worten würde der Joker seine Erlösung finden, in dem er zum nächsten Batman wird. Das Ziel des Jokers ist die grundlegendste Wahrheit über die Menschen herauszufinden. Batman hält den Joker dazu an, an die Menschen zu glauben. Der Joker und später auch der Staatsanwalt hingegen scheinen ihren Glauben an die Menschen verloren zu haben bzw. leicht zu verlieren.

Ein Kommentar