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Sep 06 2008

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Traumdeutung: Animus, Anima und Schatten im Film

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Traumdeutung ist eine Technik, die das Wesentliche hinter unseren Handlungen, Vorstellungen und Assoziationen herausarbeitet. Sie kann für unseren Alltag, Tagträume, für Filme und Märchen verwendet werden. Hier möchte ich es am Film verdeutlichen, der die moderne Form des Märchenbuches ist.

Ängste und Lebensträume

Genau wie in Träumen werden im Film vozugsweise die größten Ängste und Wünsche von uns Menschen bzw. der Filmemacher dargestellt. Im Film werden wie im Traum auch bestimmte Personen mit relativ festen Charaktereigenschaften mit einer bestimmten Situation konfrontiert, die sie unterschiedlich meistern. Jeder Film zeigt auch seine Vorstellung davon, wie Ängste überwunden werden können und wie Lebenswünsche umgesetzt werden können - super spannend!

Animus und Anima im Film

Die Aufteilung der männlichen und weiblichen Rolle ist im Film meist sehr archetypisch. Archetypen sind Urvorstellungen, die wir in uns tragen. Wir alle haben eine Vorstellung bzw. ein Bild davon wie der männlichste Mann und die weiblichste Frau aussehen und sein würden. C.G. Jung benennt unseren weiblichen Archetyp als Anima und unseren männlichen Archetyp als Animus. Im Film ist der Mann oft so ein Animus und die Frau so eine Anima. Die männliche Hauptrolle ist meistens der Held, der mit seiner Stärke, Willenskraft und seinem Durchsetzungsvermögen seine Ziele trotz aller Schwierigkeiten erreicht. Die Frau ist im Film oft die Schöne, um der es sich im Film wirklich dreht. Der Held unternimmt seine Heldentaten für sie und sie braucht ihn. Diese typische Rollenverteilung löst sich mehr und mehr auf und nach C.G. Jung ist eines der wichtigsten Ziele unserer Entwicklung unsere Vorstellung von Männlichkeit (Animus) und Weiblichkeit (Anima) in uns zu vereinigen.

Das Monster oder der Schatten

Im Film gibt es oft ein Monster, einen bösen Geist oder einfach nur eine böse oder abstoßend wirkende Person. Solche Szenarien treffen wir oft in Alpträumen an. Diese Verkörperung des Bösen bzw. Abstoßenden gilt es in vielen Filmen, so wie im Traum, zu überwinden. Im Film werden die gleichen Mittel eingesetzt wie im Traum.

Einfache Version mit dem Umgang des “Bösen”

In den meisten Filmen überwindet der Held das Böse indem er versucht es auszurotten und zu töten. Das ist eine Handlungsform, die nur begrenzt hilfreich ist, denn versucht man im Traum das Böse zu töten und das Hässliche auszusperren, gewinnt das Böse und Hässliche schnell an Macht. So ist es für solche Filme durchaus typisch, dass es Folgefilme gibt in denen herauskommt, dass das Böse nicht ganz besiegt worden war und jetzt noch mächtiger wieder auferstanden ist. Besonders in Horrorfilmen wird diese einfache Version der Problemlösung vorgeschlagen. Der Kampf ist aber schon eine Stufe fortgeschrittener, als die Flucht…

X-Men

Sehr viel besser gefallen mir die Filme in denen Gut und Böse nicht so klar getrennt sind. Z.B. im Film X-Men: Die Welt ist aufgeteilt in Mutanten und normalen Menschen. Die normalen Menschen machen den Mutanten das Leben schwer und die Mutanten haben zwei Gruppierungen entwickelt, die mit diesem Problem unterschiedlich umgehen. Da ist zum einen der Mutantenführer, der sich um gesellschaftliche Integration im bestehenden System bemüht und zum anderen der Mutantenführer, der sich mit Gewalt versucht zu behaupten und die normalen Menschen auch in Mutanten verwandeln möchte. Das führt dazu, dass auch die Mutanten sich bekämpfen, was im Film besonders betrachtet wird. Am Ende des Films kommt aber heraus, dass sich beide Mutantenführer gut miteinander verstehen. Sie sind ursprünglich beste Freunde gewesen und philosophieren bei einem Schachspiel hin und wieder über die richtige Art und Weise den Mutanten einen Platz auf dieser Welt zu verschaffen. Genau das spielt sich auch in Alpträumen ab. Monster oder abstoßende Personen im Traum möchten gerne in die Persönlichkeit integriert werden. Es sind vernachlässigte und unreife Anteile in uns, die gerne gesunden und erwachsen werden möchten.

Batman - The Dark Knight

Toll ist auch die Symbolik im neuen Batman Film The Dark Knight. Im Batmanfilm geht es um den Staatsanwalt, der mit sauberen Methoden ein Verbrecher nach dem anderen fasst. Batman sieht in ihm den besseren Batman, weil er ohne Maske so viel erreicht und nicht wie er die Gesetze übertritt. Batman ist ein Gesetzloser der nur dem einem Gesetz folgt nicht zu töten. Auch in seinem bürgerlichen Leben als Milliardär übertreibt er gerne und kennt keine Grenzen. Als der Staatsanwalt seine Geliebte Frau verliert (die auch Batman liebt) kommt seine dunkle Seite zu Tage und tötet Menschen, die er mit dem Tod seiner Frau in Verbindung stehen sieht. Batman verfällt dem nicht, weil sein Glaube an die Menschen stärker ist. Für ihn gibt es kein unwertes Leben. Der Film hat viele heimliche Helden von denen der Kommissar, der ausgeglichenste ist. Er rettet Menschleben, wie Batman es tut und rettet sogar Batman. Er kann untertauchen und sich verstecken, wie Batman doch er zeigt auch sein Gesicht, wie der Staatsanwalt. Ehren und Lorbeeren erhalten Batman und der Staatsanwalt aber konstant und familiengerecht ist nur der Kommissar.

Integration des Schatten

Bevor wir unsere archetypisch männliche und weibliche Seite in uns vereinen können, geht C.G. Jung davon aus, dass wir unseren Schatten integrieren müssen. Mit Schatten ist alles gemeint, was wir ablehnen und was wir als böse empfinden. Den Schatten zu integrieren meint zu verstehen, welche guten Absichten hinter unerwünschten Taten liegen können und wie die unerwünschten Taten in erwünschte Taten verwandelt werden können. Für den Film Batman ist dementsprechend die Frage, wie Joker nützlich für die Gesellschaft eingebracht werden könnte. Batman hat schon die Antwort, als er sagt: Verbrecher sind ganz einfach man muss nur verstehen, was sie eigentlich wollen. Für den Joker ist Geld nicht die Lösung. Joker sehnt sich nach den Emotionen der Menschen, die er z.B. genießt wenn er sie tötet. Für den Joker ist am wichtigsten, dass ordentlich viel los ist und setzt alles daran die Emotionen der Menschen aufzureiben. In dieser Situation, so sagt Joker, zeigt sich das wahre Gesicht des Menschen. Der Joker tötet jeden Tag einen Menschen solange Batman sein wahres Gesicht nicht zeigt. Batman hat einen Persönlichkeitsanteil, der dem Joker sehr ähnlich ist, was Batman aber nicht wahrhaben will. Die Ziele des Jokers und von Batman sind wohl unterschiedlich, doch Batman hat wie der Staatsanwalt zwei Gesichter. Batmans Persönlichkeit ist zwischen dem erfolgreichen Geschäftsmann Wayne und dem völlig gesetzlosem Joker verortet. Den Unterschied macht Batmans Glaube und Batmans Liebe zur gestorbenen Frau. Mit anderen Worten würde der Joker seine Erlösung finden, in dem er zum nächsten Batman wird. Das Ziel des Jokers ist die grundlegendste Wahrheit über die Menschen herauszufinden. Batman hält den Joker dazu an, an die Menschen zu glauben. Der Joker und später auch der Staatsanwalt hingegen scheinen ihren Glauben an die Menschen verloren zu haben bzw. leicht zu verlieren.

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